Dominikanische Republik

Also es war irgendwann im Februar oder März im Jahre 2000 und mein Freund Andreas und ich beschlossen mal wieder von Sosua nach Santiago zu fahren. Wir entschieden uns für die Route über Yásica Abajo. Kann ich nur jedem empfehlen. Man fährt durch wunderbare Berglandschaften. Über Puerto Plata sind die Strassen zwar besser ausgebaut, aber es ist meiner Meinung nach nicht so schön und außerdem ist es weiter. Die dritte Möglichkeit ist über Cabarete und dann in Richtung Moca. Ist landschaftlich auch sehr schön, aber eben auch ein paar Kilometer weiter als über Yásica. Was soll’s, nach ca. 1 Stunde waren wir in Santiago angekommen.

 

Wir waren dann auf der Calle del Sol und suchten uns einen Parkplatz. Vor einer Bank brachten wir dann unser Auto zum Stehen und schauten uns um, ob das Parken erlaubt ist. Da wir keine Schilder sehen konnten gingen wir los. Das war so gegen 10 Uhr. Wir machten einen Stadtbummel, schauten uns die verschiedensten Geschäfte an und waren natürlich auch abseits von der Calle del Sol unterwegs. Ist sehr interessant, da man dort auch erleben kann, wie und wo Einheimische einkaufen gehen. Wir kauften uns auf der Strasse etwas zu essen (hatten in den 3 Monaten nie Magen-Darm-Probleme) und genossen einfach den Tag. So gegen 15 Uhr kamen wir dann im Parque Duarte an, holten uns etwas zu trinken, setzten uns auf eine Bank und erholten uns von den "Strapazen" des stundenlangen Laufens. Es war einfach sehr schön dort, ich hätte noch stundenlang sitzen bleiben können. Dann sah ich unweit des Parks etwas, was mich nachäenklich machte. Ein Auto wurde abgeschleppt. Ich fragte Andreas, ob er meinte, das unser Auto auch abgeschleppt sein könnte. Wir entschlossen uns dann, doch auf dem direkten Weg zu unserem Auto zu gehen. Wir liefen also die Calle del Sol ca. 1,5 Kilometer zügig entlang, bis wir an die Bank kamen, wo wir das Auto abgestellt hatten.

     

Doch unser Auto war nicht mehr da. Was schießt da einem so alles durch den Kopf. Angefangen von geklaut, abgeschleppt und was weiß ich noch alles. Wir überlegten was wir machen sollen. Also versuchten wir erstmals in die Bank zu gehen um zu fragen ob sie etwas gesehen haben. Doch die Bank hatte unmittelbar zuvor geschlossen. Wir versuchten dem Mann von der Seguridad klar zu machen, weshalb wir in die Bank wollten. Eine Angestellte der Bank gab uns dann zu verstehen, das sie gleich rauskommen würde. Nach 5 Minuten kam sie. Sie sagte uns, das Auto sei irgendwann vormittags abgeschleppt worden. Wir fragten uns ob sie wisse, ob und wo es einen Abstellplatz für abgeschleppte Autos gibt. Sie wusste es nicht genau, ging zurück ins Büro und telefonierte kurz. Als sie wieder kam sagte sie, wir sollten mit einem Taxi zu einem bestimmten Platz fahren. Nebenbei möchte ich kurz erwähnen was wir dachten: Mein lieber Freund, das wird teuer; hoffentlich ist das Auto überhaupt da; wir haben ja keine Papiere, da diese im Auto sind etc. Sie sagte auch wir sollten für das Taxi nicht mehr als 30 Pesos bezahlen und um unser Auto wieder zu bekommen, nicht mehr als 400-500 Pesos. Also fuhren wir mit dem Taxi zu dem besagten Platz. Im Taxi fiel uns ein, das wir die Autonummer nicht wussten. Also telefonierten wir mit unserem Autovermieter, der uns die Nummer gab.

Kurze Zeit später kamen wir dann auch an dem Platz an. Und siehe da, unser Auto stand auch da. Ich ging auf unser Auto zu und sagte dem zuständigen Mann und dem Polizisten, das dies unser Auto sei. Wir fragten was jetzt passiere. Er sagte wir müssen 250 Pesos bezahlen und schickte uns mit einem Zettel in ein Gebäude. Anäreas ging rein, ich blieb beim Auto, schließ dieses auch auf und legte die Sachen rein. Nach ca. 15 Minuten kam Anäreas zurück, erzählte das er bei 4 verschiedenen Frauen war, bis er endlich bezahlen durfte. Während ich draußen wartete bezahlte ich dem Taxifahrer 50 Pesos und unterhielt mich mit den anderen. Und dort kamen andauernd neue "abgeschleppte" Autos angefahren. Letztendlich hatten wir Glück im Unglück, denn wenn wir 20 Minuten später gekommen wären, wäre geschlossen gewesen. Wir hätten dann eine Nacht in Santiago verbringen müssen, aber dies hätte uns auch nichts ausgemacht.

Viele von denen die dies jetzt lesen denken bestimmt, geschieht denen ganz Recht. Klar, wir haben Lehrgeld bezahlt. Doch was für mich viel wichtiger ist das, das ich die Freundlichkeit, Hilfsbereitschaft etc. dieser Bankangestellten kennenlernen durfte. Und nicht nur diese Bankangestellte, sondern der Größte Teil der Dominicanas y Dominicanos sind eben so und auch deshalb werde ich nicht das letzte Mal auf Hispaniola gewesen sein.

Ach so, für alle die auch in so eine Situation kommen. Der Platz befindet sich im Ayuntamiento de Santiago (ohne Gewähr), da ich es im Moment nicht 100% weiß. Wenn es anders heißt, lass ich es euch wissen. Was ich auch noch kurz erwähnen möchte, war die unkomplizierte Art und Weise wie wir wieder an unser Auto gekommen sind.