Doch unser Auto war nicht mehr da. Was schießt da einem so
alles durch den Kopf. Angefangen von geklaut, abgeschleppt und was weiß ich
noch alles. Wir überlegten was wir machen sollen. Also versuchten wir erstmals
in die Bank zu gehen um zu fragen ob sie etwas gesehen haben. Doch die Bank
hatte unmittelbar zuvor geschlossen. Wir versuchten dem Mann von der Seguridad
klar zu machen, weshalb wir in die Bank wollten. Eine Angestellte der Bank gab
uns dann zu verstehen, das sie gleich rauskommen würde. Nach 5 Minuten kam sie.
Sie sagte uns, das Auto sei irgendwann vormittags abgeschleppt worden. Wir
fragten uns ob sie wisse, ob und wo es einen Abstellplatz für abgeschleppte
Autos gibt. Sie wusste es nicht genau, ging zurück ins Büro und telefonierte
kurz. Als sie wieder kam sagte sie, wir sollten mit einem Taxi zu einem bestimmten
Platz fahren. Nebenbei möchte ich kurz erwähnen was wir dachten: Mein lieber
Freund, das wird teuer; hoffentlich ist das Auto überhaupt da; wir haben ja
keine Papiere, da diese im Auto sind etc. Sie sagte auch wir sollten für das
Taxi nicht mehr als 30 Pesos bezahlen und um unser Auto wieder zu bekommen,
nicht mehr als 400-500 Pesos. Also fuhren wir mit dem Taxi zu dem besagten
Platz. Im Taxi fiel uns ein, das wir die Autonummer nicht wussten. Also
telefonierten wir mit unserem Autovermieter, der uns die Nummer gab.
Kurze Zeit später kamen wir dann auch an dem Platz an. Und siehe da, unser Auto
stand auch da. Ich ging auf unser Auto zu und sagte dem zuständigen Mann und
dem Polizisten, das dies unser Auto sei. Wir fragten was jetzt passiere. Er
sagte wir müssen 250 Pesos bezahlen und schickte uns mit einem Zettel in ein Gebäude.
Anäreas ging rein, ich blieb beim Auto, schließ dieses auch auf und legte die
Sachen rein. Nach ca. 15 Minuten kam Anäreas zurück, erzählte das er bei 4
verschiedenen Frauen war, bis er endlich bezahlen durfte. Während ich draußen
wartete bezahlte ich dem Taxifahrer 50 Pesos und unterhielt mich mit den
anderen. Und dort kamen andauernd neue "abgeschleppte" Autos angefahren. Letztendlich hatten
wir Glück im Unglück, denn wenn wir 20 Minuten später gekommen wären, wäre
geschlossen gewesen. Wir hätten dann eine Nacht in Santiago verbringen müssen,
aber dies hätte uns auch nichts ausgemacht.
Viele von denen die dies jetzt lesen denken bestimmt, geschieht denen ganz
Recht. Klar, wir haben Lehrgeld bezahlt. Doch was für mich viel wichtiger ist
das, das ich die Freundlichkeit, Hilfsbereitschaft etc. dieser Bankangestellten
kennenlernen durfte. Und nicht nur diese Bankangestellte, sondern der Größte
Teil der Dominicanas y Dominicanos sind eben so und auch deshalb werde ich
nicht das letzte Mal auf Hispaniola gewesen sein.
Ach so, für alle die auch in so eine Situation kommen. Der Platz befindet sich
im Ayuntamiento de Santiago (ohne Gewähr), da ich es im Moment nicht 100% weiß.
Wenn es anders heißt, lass ich es euch wissen. Was ich auch noch kurz erwähnen
möchte, war die unkomplizierte Art und Weise wie wir wieder an unser Auto
gekommen sind.