Heiraten in der Dominikanischen Republik

Das folgend beschriebene ereignete sich bei meinem vorletzten Urlaub in der Republica Dominicana, im Februar 2000. An einem schönen Tag fuhren wir mit mehreren Bekannten, es waren insgesamt 5 Erwachsene und 1 Kind in einem kleinen Opel Corsa, von Sosua aus über Puerto Plata nach Altamira. Dort bogen wir äann links ab in Richtung El Alto del Fundo. Wir wollten von einer äer Bekannten die Großeltern besuchen. Bis nach Altamira ist es ja die ganz normale Straße, doch nachdem wir abgebogen waren, wurde es richtig traumhaft. Die Straßen wurden zwar schlechter, aber es war wunderbar dort zu fahren. Wir fuhren dann noch durch ein paar kleine Ortschaften und Campos und immer tiefer in diese Bergregion. Irgendwann sagte die Bekannte wir müssten rechts abbiegen, doch mir war nicht klar, das es den Berg hochging. Ich erwartete ein Campo, was für mich damals bedeutete, eine Ansammlung von Häusern vorzufinden, ein Stadtteil oder ähnliches. Doch ich wurde eines besseren belehrt.

 

Es kann genauso gut ein kleiner Hof sein. Also bogen wir rechts ab und kamen an ein Tor, das wir passieren mussten. Ein ganz steiler Sandweg führte weiter äen Berg hinauf. Doch mit unserem kleinen Auto kamen wir nicht vollbesetzt den Berg hinauf. Also ließ ich alle aussteigen und fuhr äen Berg hoch, den die anderen hoch laufen mussten. Was aber für äie kein Problem war. Als alle oben waren, kam es erstmals zu einer „Begrüßungsorgie“. Die Großmutter, die Schwägerin samt Kinder waren da.

 

Doch was ich dort sah war einfach atemberaubend. Man hatte einen sagenhaften Aus- bzw. Rundblick. Berge in den verschiedensten Grüntönen, Palmen etc. Ich sagte auch zu meinem Bekannten: „Wie in den Alpen, nur mit Palmen und warm ist es.“ Wir liefen den Berg weiter hinauf um einfach die Landschaft zu genießen. Wir sahen Ziegen, Kühe, Schweine, Pferde, Hühner, Truthähne, Hunde. Des weiteren Kokospalmen, Orangen, Mandarinen, Bananenstauden, Kakao- und Kaffeepflanzen und was weiß ich noch alles.

     

Und dann kam uns ein alter Mann mit einer Machete uns entgegen. In unserem spanisch, natürlich mit Händen und Füßen gemischt, versuchten wir ihm klar zu machen, das wir mit seiner Enkeltochter und weiteren Bekannten zu Besuch sind. Doch er meinte, das wir erst morgen kommen würden. Freute sich aber trotzdem sehr über den Besuch. Er wollte uns natürlich auch sein „Anwesen“ zeigen und wir folgten ihm. Wir liefen also noch weiter den Berg hinauf, bis wir an einen, in Deutschland würde man Walärand sagen, kamen. Wir gingen hinein und er zeigte uns die Kaffeepflanzen. Versuchte uns viele Informationen über die einzelnen Pflanzen zu geben. Er erklärte uns, das er den Kaffee dann auf dem Markt verkaufen würde und dieser dann wiederum für den Kaffee „Santo Domingo“ verwendet wird. Nach einiger Zeit liefen wir dann wieder zurück. Als wir aus dem „Waldstück“ wieder rausliefen, kam auch unsere Bekannte uns entgegen. Sie begrüßte herzensvoll ihren Großvater, machte sich aber auch etwas Gedanken darüber, wo wir denn abgeblieben seien. Obwohl es dazu natürlich keinerlei Befürchtungen gab. Außer wir wären den Abhang hinuntergerutscht. Aber dann wären wir ihn wieder hochgekrabbelt. Nachdem wir dann noch etwas getrunken und gegessen hatten verabschiedeten wir uns und fuhren zurück.

 

Was kann ich nun zu diesem Nachmittag sagen? Ich fand es einfach wunderbar, mit welch einer Offenheit, Herzlichkeit und Natürlichkeit einem die Dominikaner entgegentreten. Man kennt es ja aus den Touristengebieten, wo viele ihrer Arbeit nachgehen und auch mit allen Mitteln versuchen, an das Geld des „Gringos“ zu kommen. Was auch legitim ist meiner Meinung nach. Doch die wenigsten der Touristen, die in die Republica Dominicana kommen, werden einen solchen Nachmittag erleben.